Damals als die Sonne starb

Damals, das ist schon lange her, ihr wart noch nicht geboren.
Das war damals eine Zeit, die Menschen hatten Ohren
zu hören und Augen die Dinge zu sehn, die sie weit umgaben.
Eine Zeit also unvergleichlich mit der, die wir heute haben.

Damals also, eines Tags schien die Sonne wie immer.
Da sah man eine große Hand, die riss sie grob vom Himmel.
Wir waren alle starr vor Angst, hielten uns an den Händen.
Die Leute schrien, die Kinder weinten, wir tasteten uns an den Wänden.

entlang, bis wir unsre Häuser fanden und kauerten uns stumm
um Kerzen, die auf Tischen standen, furchtsam herum.
Das müssen Tage gewesen sein, die wir so verbracht.
Endlich kamen neue Strahlen und schnitten durch die Nacht.

Eine neue Sonne, nicht so hell und lange nicht so warm,
schien jetzt vom Himmel. Wir gingen schnell zur Stadt, Arm in Arm.
Wir tanzten auf den Straßen und sangen alte Lieder.
Manche beteten, manche weinten, alle lebten wieder.

Bald danach sprach keiner mehr von der langen Nacht.
Die alte Sonne ward vergessen, man hat wieder gelacht.
Damals, als die Sonne starb, liebte ich dich sehr.
Heute weiß ich nicht einmal deinen Namen mehr.

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