Drei bunte Vögel

Drei bunte Vögel blies der Wind heut in der Früh aus meinem Haar.
Sie putzten sich und flogen fort, jeder in eine andre Stadt.
Der erste flog nach Hamburg,
der zweite nach Heilbronn,
der dritte flog nach Freiburg.
Ihre Flügel verbrannte die Sonn’.

Drei junge Männer sah ich heute, alle hatten mein Gesicht.
Ich sah sie an der Straße stehn, wohin sie wollten, weiß ich nicht.
Doch ging ich dann spazieren ein Stückchen in den Wald.
Da sah ich sie liegen, alle drei mit starren Augen, tot und kalt.

Ich habe drei Gesichter in meiner Erinnerung.
Ich habe sie gezeichnet und über mein Bett gehängt.
Da kam ein alter Mann und lächelte so nett.
Ich bot ihm Kaffee an und als er ging da waren die Bilder weg.

Drei schwarze Raben blies der Wind heute abend in mein Haar.
Sie schlugen ihre Krallen und Schnäbel in meinen Kopf.
Dann endlich kam die Nacht, ich habe geschlafen ohne Traum.
Dann bin ich aufgewacht, lange vor dem ersten Morgengraun.

Die bunten Vögel kamen erschöpft und krank zu mir zurück.
Sie starben in meiner Hand. Es lagen vor meiner Tür
drei tote junge Männer mit Bilderfetzen übersät.
Da kamen mit dem Morgenwind drei neue bunte Vögel angeweht

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